Tag 3, Mittwoch, den 13. August AD 2008
Am Mittwochmorgen standen wir um ca. 9 Uhr auf, frühstückten dann ausgedehnt, räumten unsere Sachen auf, spülten, blödelten herum und merkten gar nicht, wie die Zeit verging. Dann viel Mülli auf, dass noch Küche, Gemeindesaal un Klos zu fegen und zu wischen waren und dass wir im Pfarrbüro noch den Tagesbericht vom Vortag abtippen mussten. Bis das dann alles erledigt war, hatte die Sonne schon einen hohen Stand erreicht. Tatsächlich stellten wir fest, dass wir genau der Sonne entgegenliefen. Es war schon 12 Uhr. Diese Tatsache machte uns gehörig Feuer unterm Hintern und wir gingen mit großen Schritten den Donau-Radwanderweg hinunter. Die erste Pause machten wir in Schweinhausen,

wo wir gleich mal die Eistruhe des Dorfladen plünderten. Unseren Einstieg machten wir in der prächtigen alten Barockkirche von Unteressendorf. Tagesthema war „Motivation“ und „Selbsterziehung“ und Müll zeigte uns, wie eine GTO geführt wird. Wegen des mangelden Wegenetzes im Oberland und der ungenauigkeit unserer Karten mussten wir Zeitweise sogar auf einer Kreisstraße weiterlaufen. Ein freundlicher Autofahrer mit einem Dackel auf dem Schoß hielt in Oberessendorf neben uns und beschrieb uns einen angeblich wunderschönen Weg, der uns nach Bad Waldsee bringen sollte. Als der Mann schon weg war, fiel uns auf,dass sein Weg einen Umweg bedeutete, und so begaben wir uns sofort wieder auf den Radweg an der U 30. um 19:30 war dann irgendwie Elterntelefonierzeit, weil jeder plötzlich nur noch in sein Handy brabbelte. Aber auch das ging vorbei und wir erreichten gegen 20:15 das industriegebiet vor Bad Waldsee. Wir riefen noch mal beim Quartier an und ließen uns den Weg dorthin beschreiben. In der Innenstadt von Bad Waldsee fragten wir uns dann durch, wobei wir sehr viel aufsehen erregten, als wir vor der Bühne der Stadtbusikanten vorbeimarschierten, während diese spielten. Schließlich errichten wir bei einbruch der Dunkelheit den Rewe-Markt, wo wir ein reichliches Abdendessen kauften. Dort trafen wir auch eine ältere Radfahrerin, die dann freundlicherweise ihr Fahrad neben uns herschob, bis wir auf einen unfehlbaren Weg nach Wolpertsheim gelangten. Es war stockdunkel, als wir den Hof der Familie Schmid gegen 21:45 erreichten. Unsere Gastgeberin zeigte viel Mitleid und zeigte uns sofort die sanitären Anlagen und unsere Liegefläche im Heu.
Nach einem kurzen Abendessen übermannte uns der wohl weichste Schlaf in dieser Woche.
Christian Ludwig