Bodensee hajk: Tag 4


Tag 4 Donnerstag den 14. August AD 2008

Das erste, was einige von uns am Donnerstagmorgen rochen, waren Katzenhaare. Wir mussten nämlich feststellen, dass es sich die drei Jungkatzen des Bauernhofes in unseren Schlafsäcken beziehungsweise auf unseren Haaren bequem gemacht hatten. Aber als wir aufstanden ergriffen sie sofort die Flucht, uns wir konnten unser Frühstück genießen. Wir hatten am Mittwoch im Rewe Cornflakes und Wurzelbrot fürs Frühstück gekauft und diese Vorräte wurden noch von unseren Gastgebern durch kalte Milch, heißen Kaba, selbstgemachte Butter und Dinkelbrei ergänzt. So ideal gestärkt waren wir tatsächlich hochmitiviert für die kommende Etappe. Leider mussten wir uns auch sagen lassen, dass der Weg nach Bottenreute mindestens genau so weit werden würde, wie der am Vortag. Aber es wurden alle Nörgeleien übergangen und wir schlugen einen Weg richtung Südwesten ein. In der Winzigen Kapelle von Dinnenried machten wir unserern Einstieg zum Thema Vertrauen.

Einstieg Donnerstag

 

Der weitere Weg führte uns an Kreisstraßen, Wassermühlen, Wäldern, Feldern und Kanälen vorbei und er kam uns endlos lang vor. Irgendwann schaffte es Mülli, einen Anruf vom Abteilungskassier Alwin Gerner entgegen zu nehmen. Dieser und Abteilungsführer Klaus Hummler wollten sich mit uns in Köpfingen mit uns treffen. Dies klappte auch wunderbar, wir trafen sogar gleichzeitig in Köpfingen ein. Dann gab es für die Abteilungsleitung einen Einblick in die Aktivität der Blaustein Jugendarbeit und für die erschöpften Wanderer Eis und kühle Getränke. Nachdem wir uns verabschiedet hatten, stiegen Alwin und Klaus wieder auf den Roller und wir wollten weiter nach Weingarten.

Am Ortsausgang von Köpfingen fragten wir zwei Joggerinnen nach dem geschicktesten weiteren Weg. Diese rieten uns dringend davon ab, nach Weingarten/Ravensburg hinunter zu gehen und empfahlen uns, oben auf dem Bergkamm entlang bis nach Gornhofen, also ein Dorf vor Bottenreute, zu laufen. Auch teilten sie uns mit, das diese Strecke noch mindestens 20 km weit sei. Diese Botschaft gab der Motivation einiger einen gehörigen Dämpfer und wir müssen peinlicherweise gestehen, dass drei Teilnehmer nicht mehr an die Bewältigung der Tagesetappe glaubten. Doch durch die überragende Motivationsarbeit unseres Leiterteams konnten alle immer wieder angespornt werden uns so ging es, Schritt für Schritt, Meter für Meter, Dorf für Dorf immer weiter nach Süden. In Schlier machten wir eine Pause, in der Wir alles aßen, was die Rucksäcke noch hergaben: Käsescheiben und Butterkekse. Außerdem riefen wir noch in Bottenreute an, um richtig geschockt zu werden: Unser eigentlicher Gastgeber, der Wirt Wolfgang Hügle, war verreist und seine Angestellte wusste nichts von uns. Glücklicherweise konnte das Missverständnis schnell geklärt werden und kurze Zeit später rief die Angestellte zurück, dass wir kommen konnten. Der auf der Karte zwischen Gullen und Grünkraut eingezeichnete Gletscherübergang entpuppte sich als harmloser Trampelpfad. Im Ortszentrum von Grünkraut fanden wir dann einen echten Goldschatz, praktisch eine vergessene Legende: Ausgerechnet einen Herr Rudi Dorflinger fragten wir nach dem Weg. Schnell stellte sich heraus, dass Herr Dorflinger sowohl früher in der ersten Schönstattgruppe Blausteins gewesen war, die sich 14-Tägig in der Bäckerei Schmid mit unter anderem Josef Lang getroffen hatten, als auch der Vater des Lagerpfarrers vom Schönstattzeltlager in Bellamont war. Herr Dorflinger war so begeistert von uns und unserem Projekt, dass er sich spontan bereit erklärte, uns die letzten 5 Kilometer bis nach Bottenreute zu begleiten, weil er die Familei Hügle sowieso kannte. Unterwegs erleichterten sich drei unserer Teilnehmer auf dem Friedhof, allerdings nur, weil uns Herr Dorflinger das Klo des Friedhofes aufschloss. Es ging vorbei am hintersten Loch (das Dorf hieß wirklich Loch!), wo wir einen Wunderschönen Sonnenuntergang genießen konnten.

Wieder aller Erwartungen kamen wir schon um ca 20:30 in Bottenreute auf dem Gut Hügle an. Wir verabschiedeten uns von Herrn Dorflinger, der dann von seiner Frau aubgeholt wurde. Es stellte sich heraus, dass die Wirtschaft hochmodern eingerichtet war und das Essen köstlich Schmeckte. Wir aßen Dennete mit Kartoffeln, Käse Speck und Rucola. Untergebracht wurden wir in der „Abenteuerscheune“, also einem Dachboden in Turnahllengröße mit Hüpfburg und Maispool. Leider wurde die Hüpfburg über Nacht abgeschaltet, und so machten wir es uns im Maispool bequem.

Christian Ludwig